Ostermesseals das die Wahrheit zu kurz kommt!“ (oder „… zu uns kommt„) Dieser Ausspruch stammt wohl von einem Papst (Gregor I. der Große) aus dem 6. Jahrhundert. Ich hörte ihn aber heute in einer hervorragenden Predigt unseres etwas erkälteten Propstes in der Ostermesse. Der Propsteichor gestaltete die Messe mit der Tittelmesse.
Wir sollten uns eigentlich zu 10 Uhr auf der Orgelbühne zum Einsingen treffen. Ich hatte für die Anreise von Grav-Insel etwas länger geraucht und traf leider erst mit zehn Minuten Verspätung ein. (War aber lange nicht der Letzte…) Die Frauenstimmen waren heute ziemlich gut vertreten und so hatten wir Anderen etwas zu kämpfen. Wir (S12,A14,B7,T5) sangen:

  1. aus der „Titbryetelbryebrye„-Messe:
    das „Kyrie“ (2.),
    das „Gloria“ (3.),
    das „Sanctus“ (8.),
    das „Benedictus“ (9.),
    und das „Agnus Dei“ (10.)
  2. das „Halleluja-Coda“ (nach 530,7/8) von Colin Mawby
  3. und auch aus dem Gotteslob: Gl.213 (1.), Gl.232 4 (4.), Gl.216 (5.), Gl.842 (7.) und Gl.222 (11.)

OstermesseZwischendurch gab es aber auch die Predigt.
Der Propst begann erst mit der Geschichte von vor knapp 2000 Jahren. Als nämlich die Frauen am Ostersonntag den Leib des gekreuzigten Jesus Christus salben wollten, um ihre Trauer verarbeiten zu können. Vor dem Grab fanden sie aber den Stein weggewälzt vor und das Grab war leer. „So konnte der Blick auf die Wahrheit – das Wunder der Auferstehung – geworfen werden.“ Blick auf den RheinIch konnte, trotz der Wiederholung des bekannten Ablaufs, noch aufmerksam zuhören, als der Propst den Übergang zu aktuellen Pressemitteilungen fand. Auch hier wurde ein „Stein“ beiseite gewälzt und die bittere, menschenverachtende Wahrheit kam ans Licht. Nicht nur die Wahrheit über die Missbrauchsfälle, sondern auch über die Mauer des Vertuschens und des Schweigens… Was, so die Frage des Propstes, was haben wir mit einer schonungslosen Aufarbeitung zu verlieren? … Wir können nur Vertrauen wiedergewinnen! Hoffen wir mal, dass es in der Kirche viele Entscheider gibt, die ähnlicher Meinung sind.

Preußenmuseum WeselLeider gibt es aber auch den Gegenpart. So hat der freundliche Choleriker (Oops) Kleriker Bischof Mixa kein Interesse an Veränderungen, die es durch eine offene Aufklärung gäbe. So fand ich heute auch einen anderen Ausspruch passend: „Leben ist wie Fahrrad fahren. Um deine Balance zu halten, musst du dich bewegen.“ (er soll wohl von Albert Einstein stammen). Herr Mixa ist scheinbar kein „Fahrradfahrer der Geschichte“ und scheinbar bedarf es noch einiger Denkprozesse, bis er seinen Stein beiseite (ge-)rollt (bekommt) und Licht an die Wahrheiten lässt.